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Sie sind hier: Finanzen > Buchführung > Grundlagen

Was bedeutet Bücher führen?

  • Alle „Vermögenswerte“ werden ermittelt
  • Alle Veränderungen im Laufe des Wirtschaftsjahres werden anhand der Belege zahlenmäßig erfasst
  • Das Ergebnis wird am Jahresende in Form der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlust-Rechnung festgestellt

Wozu dient die Buchführung?

  • Sie ermöglicht betriebswirtschaftliche Auswertungen und ist Basis für unternehmerische Entscheidungen mit laufender Kontrolle der Geldvorgänge.
  • Sie dient der Gewinnermittlung und ist damit Grundlage für das Finanzamt bei der Steuerfestsetzung.
  • Sie ist eine Grundlage für das sogenannte Ratingverfahren der Banken.

07. 08. 2017

Wann müssen Bücher geführt werden?

Über die Buchführungspflicht eines landwirtschaftlichen Unternehmens entscheiden drei Kennzahlen:

• Gewinn pro Kalenderjahr > 60.000 € oder
• Gesamtumsatz pro Kalenderjahr > 600.000 € oder
• Wirtschaftswert > 25.000 €
    (Quelle: Abgabenordnung (AO) § 141, Satz 1 mit Wirkung zum 1.1.2016)


Generell besteht bei Inanspruchnahme von Fördermitteln, z.B. nach dem Agrarinvestitionsförderprogramm (AFP), ebenfalls eine Pflicht zur Buchführung mit Bilanzerstellung.

Beleg-Buchführung in der Landwirtschaft - Gut vorkontiert ist halb gebucht

© Alterfalter - Fotolia.com

Um am Ende eines Wirtschaftsjahres zu einem korrekten Betriebsergebnis zu kommen, müssen im Laufe des Jahres alle baren und unbaren Geschäftsvorfälle festgehalten werden, um sie anschließend „buchen“ zu können. Damit ist gemeint, dass die Zahlungsein- und ausgänge den korrekten Bereichen zugeordnet werden. Basis für die Buchungen ist ein bundeseinheitlicher Kontenplan, der zum Beispiel von der Neuen Landbuch-Gesellschaft (NLB) heraus gegeben wird.

Geschäftsvorfälle erfassen
Für Bargeschäfte dient das Kassenbuch als wichtigstes Hilfsmittel, in dem die Ein- und Ausgaben protokolliert werden. Die unbaren Geschäftsvorgänge, die über Giro- oder Genossenschaftskonten abgewickelt werden, werden über die Belege erfasst. Als Belege gelten Rechnungen, Quittungen und Kontoauszüge. Unter „Belegbuchführung“ versteht man die Vorkontierung der unbaren Geschäftsvorfälle direkt auf den Belegen, eventuell ergänzt durch Mengenangaben, zum Beispiel beim Verkauf von Tieren oder beim Einkauf von Saatgut. Die anschließende Erfassung der Geschäftsvorfälle im Buchführungsprogramm durch die Buchstelle oder den selbst kontierenden Landwirt erfolgt dann direkt von den Belegen.

Beispiel für eine Buchung
So wird zum Beispiel der Zukauf von 100 Ferkeln, der unbar abgewickelt wird, auf dem Kontoauszug als Ausgabe ausgewiesen, daneben gibt es eine Rechnung als Beleg, aus der der Rechnungsbetrag für den Zukauf ersichtlich ist. Die korrekte Buchung wäre dann ein Zugang auf dem Konto Ferkel (851 im NLB-Kontenplan), dem ein Abgang auf dem laufenden Betriebskonto (061) gegenüber steht. Auf dem Kontoauszug bzw. der Rechnung würde dann beim Vorkontieren die  851 aufgeschrieben, ergänzt um 100 für die Zahl der zugekauften Ferkel.

Die früher üblichen Buchungslisten, die für das laufende Geschäftskonto, für die bare Kasse oder das Genossenschaftskonto geführt wurden, und in denen die Gegenkonten notiert wurden, sind heute nicht mehr gebräuchlich.

Weitere Infos zur Buchführung in der Landwirtschaft finden Sie in einer   interessanten Informationsbroschüre des AID mit dem Titel: „Der landwirtschaftliche Jahresabschluss I“ mit vielen Hinweisen über den Ablauf der Betriebsbuchführung. Weitere Informationen undefinedwww.aid.de 

Was gilt eigentlich als Beleg und wie sollten diese geordnet werden?

Rechnungen, Quittungen und Kontoauszüge gelten als Nachweise für getätigte Geschäftsvorgänge. Nicht gültig sind in der Regel Lieferscheine oder Garantiezettel. Die Belege sollten chronologisch gesammelt und möglichst den Kontoauszügen zugeordnet werden. Damit lassen sich die Kontobewegungen schnell und effektiv zuordnen und entsprechend kontieren.

Sind Eigenbelege zulässig?

Diese sind nur in Ausnahmefällen zulässig, z.B. zum Nachweis von Privatentnahmen oder für die privaten Geldentnahmen aus der Kasse.
Grundsätzlich muss für jede Buchung ein Beleg vorhanden sein. Die Belege dienen der Beweissicherung und der Nachprüfbarkeit der Buchführung. Fehlende Belege können von Geschäftspartnern als Kopie nachgefordert werden.

23. 09. 2014

Wie lange müssen Buchführungsunterlagen aufbewahrt werden?

Steuerliche und förderungstechnische Hinweise bestimmen die Dauer der Aufbewahrungspflichten im landwirtschaftlichen Büro. Buchführungsabschlüsse und Belege müssen in der Regel 10 Jahre aufbewahrt werden. Dazu ein Beispiel: Ein Beleg vom 05.07.2007 muss bis zum 31.12.2018 aufbewahrt werden, da die Fristen stets erst am Ende des Kalenderjahres beginnen. Um die Aktenablage zu erleichtern und die Übersicht zu verbessern, ist eine genaue Beschriftung der Aktenordner empfehlenswert, damit das Aussortieren und Entsorgen schneller vonstatten gehen kann.

Hinweis: Ihre Steuerberatung gibt Ihnen genaue Auskunft über die Aufbewahrungsfristen - auch für den Fall einer Steuerprüfung. Die Steuerberatung ist hier Ihr erster Ansprechpartner!  

04. 09. 2017

Welche Formvorschriften gelten für Rechnungen?

Bei Rechnungen gibt es eine Reihe von Angaben, die enthalten sein müssen:

  • Vollständiger Name und Anschrift des Leistungsempfängers und des Leistungserbringers
  • Steuernummer oder die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des leistenden Unternehmens
  • Ausstellungsdatum
  • Fortlaufende Rechnungsnummer zur eindeutigen Identifikation der Rechnung
  • Menge oder handelsübliche Bezeichnung der Lieferung/Leistung
  • Zeitpunkt der Lieferung bzw. Leistungserbringung
  •  Ggf. Anzahlungshöhe und -zeitpunkt
  • Anzuwendender Steuersatz und auf das Entgelt anfallender Steuerbetrag

Bei Kleinbetragsrechnungen (bis 250 €) reichen folgende Angaben:

  • Vollständiger Name und Anschrift des Leistungserbringers
  • Ausstellungsdatum
  • Menge oder handelsübliche Bezeichnung der Lieferung/Leistung
  • Entgelt und der darauf anfallende Steuerbetrag in einer Summe

  • Hinweis auf enthaltenen Steuersatz bzw. Steuerfreiheit