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Kennzahlen der landwirtschaftlichen Buchführung

Neben der Höhe des Gewinns, der zur Ermittlung der Einkommenssteuer dient, gibt es weitere wichtige Kennzahlen, die für die Unternehmensführung von Bedeutung sind. Diese liefern die Basis für wichtige Unternehmensentscheidungen.

Der Jahresabschluss stellt die Basis einer eingehenden Unternehmensanalyse dar, dabei werden folgende Teile näher betrachtet:

  • Der Rückbericht
  • Die Bilanz mit den ergänzenden Angaben
  • Die Gewinn- und Verlustrechnung

Zusätzlich wird ein Unternehmensberater den Betrieb über mehrere Jahre betrachten (vertikaler Betriebsvergleich) sowie mit gleich gelagerten Betrieben (horizontaler Betriebsvergleich) vergleichen. Auch daraus lassen sich wichtige Schlüsse für die Unternehmensführung ziehen.

Nachfolgend werden einige Kennzahlen näher erläutert.

Weitere und detaillierte Ausführungen zur landwirtschaftlichen Buchführung finden Sie in den Broschüren des aid: Der landwirtschaftliche Jahresabschluss I und II (siehe auch Literaturangaben)

Was bedeutet Liquidität

Liquidität ist „die Fähigkeit des Unternehmens, bestehenden Zahlungsverpflichtungen fristgerecht nachzukommen“. Der Rückbericht als Teil der Betriebsbuchführung gibt Auskunft über die Liquidität. Weist dieser einen Geldüberschuss aus, heißt das, dass allen Zahlungsverpflichtungen nachgekommen werden kann. Ein Gelddefizit bedeutet umgekehrt, dass der Unternehmer illiquide ist, d.h. nicht alle Zahlungen mit den vorhandenen baren Mitteln beglichen werden können.

Ein aufmerksamer Unternehmer nutzt die Analyse des Rückberichts, um Liquiditätsprobleme frühzeitig zu erkennen. Denn gerade während des Wirtschaftsjahres hilft ein Blick in den Rückbericht, um frühzeitig Probleme zu erkennen und entsprechend gegenzusteuern.

Was bedeutet Zeitpunktliquidität und Zeitraumliquidität?
Man unterscheidet zwischen der Zeitpunktliquidität, d.h. zu einem bestimmten Datum reichen die Mittel aus, um den Verpflichtungen nachzukommen, und der Zeitraumliquidität, wo die Zahlungsfähigkeit über einen bestimmten Zeitraum, etwa ein Quartal oder Halbjahr, betrachtet wird. Diese Größen sind bei der Planung von betrieblichen Investitionen von Bedeutung.

Was versteht man unter Rentabilität?

Rentabilität ist „die Messzahl für den Erfolg der unternehmerischen Tätigkeit“. Die wichtigste Größe hierbei ist der Gewinn bzw. Verlust, der das Ergebnis der Gewinn- und Verlust-Rechnung (GuV) ist. Zieht man vom Gewinn zeitraumfremde Aufwändungen und Erträge sowie Investitionszulagen ab, z.B. Einnahmen aus dem Verkauf von Maschinen, so spricht man vom ordentlichen Ergebnis.

Was muss alles vom Gewinn finanziert werden?

  • Die laufenden Tilgungsforderungen
  • Die Lebenshaltungskosten incl. privater Versicherungen, Steuern und Altenteilsverpflichtungen
  • Nettoinvestitionen, die der Vermögenserhaltung dienen bzw. das Wachstum des Unternehmens ermöglichen
  • Rücklagen für Erbabfindungen, Altersvorsorge und Risikoabsicherung

Mit Hilfe des Unternehmensberaters sollte eine gründliche Analyse der GuV erfolgen, um mögliche Schwachstellen zu erkennen und entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen, um den Betrieb wieder in gesunde Bahnen zu lenken.
→ undefinedLink zur Unternehmensberatung der LWK

Was bedeutet Stabilität?

Stabilität ist „die Fähigkeit des Unternehmens, Rentabilität und Liquidität auch bei Eintritt unvorhergesehener Risiken langfristig zu sichern“. Wichtigste Größe zur Beurteilung ist die bereinigte Eigenkapitalbildung, die aussagt, ob man nach Ablauf des Wirtschaftsjahres reicher oder ärmer geworden ist.

Was entscheidet über „reicher oder ärmer“?
Um das zu beantworten, muss die bereinigte Eigenkapitalbildung ermittelt werden. Diese ermittelt sich wie folgt:

Ordentliches Ergebnis (Erklärung siehe oben)
+  alle Einlagen außer denen aus Privatvermögen
-   alle Entnahmen ohne private Vermögensbildung
=  bereinigte Eigenkapitalbildung


Die Höhe der bereinigten Eigenkapitalbildung ist von vielen Faktloren abhängig, sollte aber umso größer sein, je

  • höher die Inflationsrate ist
  • höher die Fremdkapitalbelastung ohne vorherige Wachstumsinvestition ist
  • größer die Investitionsrückstände sind
  • größer die Risikobelastung der Produktion
  • größer das Unternehmen ist
  • schärfer der Wettbewerb wird

Nicht allein die Höhe des Gewinns ist also entscheidend, ob der Betrieb ärmer oder reicher geworden ist, sondern vor allem die Höhe der Privatentnahmen spielt eine große Rolle. Diese hängt im Wesentlichen von der Zahl der Haushaltspersonen, dem Anspruchsniveau, der Familienphase und weiteren Faktoren ab.

Eine genauere Aufschlüsselung lässt sich mit Hilfe der Haushaltsbuchführung erreichen.

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