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Bauen im Außenbereich - Was bedeutet das?

© Reni-Fotolia.de

Der Außenbereich soll grundsätzlich für die Bodennutzung und die Erholungslandschaft freigehalten werden. Der Gesetzgeber möchte so die Zersiedlung der Landschaft und den Verlust von Grundstücken für die Landwirtschaft vermeiden.

Allerdings gibt es auch hier, wie so oft bei gesetzlichen Regelungen, Ausnahmen:

Für Bauvorhaben land- und forstwirtschaftlicher Nutzung (z.B. Wirtschaftsgebäude, Betriebsleiterwohnhaus, Altenteilerhaus) steht der Außenbereich in engen Grenzen für die Bebauung zur Verfügung.

Für wen gilt das Bauen im Außenbereich?

Im Außenbereich darf (unter bestimmten Umständen) nur gebaut werden, wenn

  • das Bauvorhaben einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb dient und nur einen untergeordneten Teil der Betriebsfläche einnimmt,
  • öffentliche Belange nicht entgegenstehen (z.B. Wasserschutzgebiet),
  • die ausreichende Erschließung gesichert ist.

Wer darf im Außenbereich bauen?

Im Außenbereich dürfen nur so genannte privilegierte Vorhaben gebaut werden. Die Privilegierung hängt von folgenden Fragen ab:

1. Handelt es sich um einen landwirtschaftlichen Betrieb?
2. Dient das Vorhaben dem landwirtschaftlichen Betrieb?

Dazu kann die zuständige Baugenehmigungsbehörde im Wege der Amtshilfe bei der örtlich zuständigen Kreisstelle der Landwirtschaftskammer die Beurteilung fachlicher Fragen einholen. Die Landwirtschaftskammer äußert sich im Rahmen der Stellungnahme als Fachbehörde. Eine rechtliche Beurteilung ist von ihr nicht vorzunehmen sondern obliegt der Baugenehmigungsbehörde.

Handelt es sich um einen landwirtschaftlichen Betrieb? Zur Landwirtschaft gehören nach dem Baugesetzbuch (§ 201 BauGB) folgende Tätigkeiten:

  • Ackerbau, Wiesen- und Weidewirtschaft
  • Tierhaltung (einschließlich Pensionstierhaltung) auf überwiegend eigener Futtergrundlage
  • gartenbauliche Erzeugung
  • Erwerbsobstbau
  • Weinbau
  • berufsmäßig Imkerei
  • Binnenfischerei

Besonders zu beachten ist, dass bei der Tierhaltung das Futter überwiegend auf der eigenen Fläche produziert werden können muss (überwiegend auf eigener Futtergrundlage). Ist diese Voraussetzung nicht erfüllt, liegt kein landwirtschaftlicher Betrieb im Sinne des BauGB vor.

Die landwirtschaftliche Bewirtschaftung muss ernsthaft, auf die Dauer von Generationen angelegt und lebensfähig (wirtschaftlich) sein. Diese Kriterien dienen der Abgrenzung von Haupt- und Nebenerwerbsbetrieben zur Hobbylandwirtschaft. So müssen auch bei Nebenerwerbsbetrieben die Erträge aus der Landwirtschaft zu einer Verbesserung der Existenzgrundlage beitragen.

Was darf gebaut werden?

Grundsätzlich muss das Vorhaben dem landwirtschaftlichen Betrieb dienen. Ein vorhaben, das hauptsächlich dem Zweck dient, im Außenbereich zu wohnen, dient nicht einem landwirtschaftlichen Betrieb.

Dienende Funktionen haben Betriebsleiterhaus, Altenteilerhaus, Landarbeiterwohnhaus und Wirtschaftsgebäude.

Was gehört zum Bauantrag?

Zum Bauantrag gehören in der Regel

  1. Vollständige Betriebsbeschreibung
  2. Bei Tierhaltungs- und Biogasanlagen:
    • Nährstoffbeurteilungsblatt
    • ggf. Gülleabnahmeverträge bei einem Überangebot an Nährstoffen
  3. Pachtverträge
  4. Flächenverzeichnis
  5. Wirtschaftlichkeitsberechnung

In Einzelfällen können weitere Unterlagen erforderlich sein.

Weitere Informationen

undefinedAußenbereichserlass

Die undefinedBeratung der Landwirtschaftskammer NRW erteilt zum Genehmigungsverfahren nur grundsätzliche Auskünfte. Das Beratungsangebot bezieht sich auf fachliche Fragestellungen wie zum Beispiel aus dem bautechnischen und betriebswirtschaftlichen Bereich sowie aus dem Produktionsverfahren.

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