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Grundlagen der landwirtschaftlichen Buchführung

Was bedeutet Bücher führen?

  • Alle „Vermögenswerte“ werden ermittelt
  • Alle Veränderungen im Laufe des Wirtschaftsjahres werden anhand der Belege zahlenmäßig erfasst
  • Das Ergebnis wird am Jahresende in Form der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlust-Rechnung fest gestellt

Welche Aufgaben erfüllt die landwirtschaftliche Buchführung?

  1. Sie ermöglicht betriebswirtschaftliche Auswertungen und ist Basis für unternehmerische Entscheidungen mit laufender Kontrolle der Geldvorgänge.
  2. Sie dient der Gewinnermittlung und ist damit Grundlage für´s Finanzamt bei der Steuerfestsetzung.
  3. Auch agrarpolitische Zwecke werden erfüllt: die Auswertungen fließen in den nationalen Agrarbericht und in EU-Informationsnetze ein, Regionalstatistiken und Regionalplanungen basieren darauf, der Erfolg von Förderungsmaßnahmen wird geprüft und die Daten aus der Buchführung werden als Basis für Gutachten und Pachtvertragsverhandlungen herangezogen.
  4. Eine weitere wichtige Aufgabe der betrieblichen Buchführung besteht in der Überprüfung der Kreditwürdigkeit – die Beleihungsgrenzen und die Tragbarkeit des Kapitaldienstes sind auf einer soliden Datengrundlage zu ermitteln.
  5. Auch für die Rechenschaftsfunktion gegenüber Gesellschaftern bei GbR´s  oder Kapitalgesellschaften (GmbH, AG) und gegenüber Gläubigern ist die Buchführung ein wichtiges Instrument.

Wann ist ein Betrieb buchführungspflichtig?

Über die Buchführungspflicht eines landwirtschaftlichen Unternehmens entscheiden drei Kennzahlen:

• Gewinn pro Kalenderjahr > 50.000 € oder
• Gesamtumsatz pro Kalenderjahr > 500.000 € oder
• Wirtschaftswert > 25.000 €

Generell besteht bei Inanspruchnahme von Fördermitteln, z.B. nach dem Agrarinvestitionsförderprogramm (AFP), ebenfalls eine Pflicht zur Buchführung mit Bilanzerstellung.

Welche Arten der Buchführung kann man unterscheiden?

Es wird zwischen der einfachen und doppelten Buchführung unterschieden.

Während bei der einfachen Buchführung die Einnahmen und Ausgaben nur einmal aufgeschrieben werden, werden diese bei der doppelten Buchführung immer doppelt gebucht. Es werden stets zwei Konten berührt, wobei einem Mehr auf einem Konto immer ein Weniger auf einem anderen Konto gegenübersteht.

Beispiel: Verkauf von 30 dt Winterweizen, Erlös:  360 €.  Auf dem Konto Winterweizen wird ein Minus von 30 dt verbucht, auf dem Konto Bank ein Mehr von 360 €. Hierbei wird eine Bilanz erstellt, in der wie bei einer Waage die Aktiv- und Passivseite ausgeglichen sein müssen.

Vorteile der doppelten Buchführung sind, dass die Richtigkeit und Vollständigkeit der Buchungen besser kontrolliert werden können und dass die Aufteilung und Veränderung des Eigenkapitals ermittelt wird.

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